Knieschmerzen-Ursachen-Therapie

Woher kommen Schmerzen im Knie? Die meist genannte Antwort ist: Sport oder Arthrose. Akute oder auch chronische Knieverletzungen verursachen starke Schmerzen und behindern uns deutlich in unserer Bewegungsfreiheit. Die Schmerzempfindungen sind dabei so unterschiedlich wie Ihre Ursache. Arthrose ist nicht nur in Deutschland die häufigste Gelenkerkrankung und sehr oft der Anlass einer Knieprothese. 

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Anatomie der Knie

Das Kniegelenk ist die Verbindung zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Obwohl es in erster Linie ein Scharniergelenk ist, erlaubt es neben Beugen und Strecken auch leichter Verschiebungen und Axialrotationen. Die Komplexität der Bewegungen spiegelt sich im Aufbau des Gelenks wieder.

Im Inneren des Knies bilden die beiden Kreuzbänder die Verbindungen zischen Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) Sie liegen kreuzweise übereinander. Zwei halbmondförmige Knorpelscheiben sind auf der Gelenkfläche der Tibia verankert: der Innen- und der Außenminiskus. Um das gesamte Kniegelenk, zwischen Knochen, Bändern und Sehnen sind viele kleine Schleimbeutel zu finden – gefüllt mit Synovialflüssigkeit, die für möglichst geschmeidige Bewegungen sorgt. 

Auf der Rückseite des Kniegelenks befindet sich die Kniekehle, durch die wichtige Nerven und Gefäße auf ihrem Weg zwischen Ober – und Unterschenkel hindurchziehen. 

Das Schienbein ist der Knochen des Unterschenkels, der das meiste Gewicht trägt. Das Wadenbein, das unter dem Knie mit dem Schienbein verbunden ist, stellt eine zusätzliche Verankerungen für die Muskeln des Unterschenkels und bildet einen Teil des Knöchels.

Wie entstehen Knieschmerzen?

Knieschmerzen sind nicht immer gleich. Die Lage des Schmerzzentrums gibt Hinweise auf die möglichen Ursachen. Treten die Schmerzen plötzlich, z.B. nach einem Sturz oder einem Unfall auf? Sind die Schmerzen dumpf oder stechend? Sind Sie dauerhaft oder verschwinden diese nach einem Warmlaufen wieder? 

Neben Unfällen verursachen vor allem chronische Krankheitsprozesse entzündliche Veränderungen mit schmerzhafter Schwellung im Kniegelenk. Entzündungen entstehen als Antwort auf Knorpelverschleiß oder Knorpelabrieb. Akute Knieschmerzen treten plötzlich auf und werden häufig durch ein bestimmtes Ereignis, eine Überlastung oder ein Trauma (Verletzung) ausgelöst. Sie klingen meist ebenso schnell wieder ab. 

Dauern die Knieschmerzen länger als sechs Wochen an, spricht man von chronischen Knieschmerzen. Traumatische Ereignisse wie ein Sturz, eine Verdrehung oder ein Aufprall führen meist sofort zu schmerzhaften Verletzungen im Kniegelenk. Häufig gehen solche akuten Verletzungen mit Schwellung  und Entzündungsreaktion (Überwärmung) einher. Das Kniegelenk reagiert in der Regel unmittelbar nach der Verletzung mit diesen Symptomen.

Was ist die häufigste Form von Knieschmerzen?

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Knieschmerzen nach Verletzungen:

Neben den Innenbändern des Kniegelenks sind vor allem die Kreuzbänder verletzungsgefährdet. Sie schützen die beiden Gelenkpartner davor, bei Start-Stopp-Bewegungen aus der Gelenkfläche auszuscheren. Eine Bänderdehnung oder ein Kreuzbandriss sind die Folge.

Schmerzt das Kniegelenk außen. kann eine Verletzung oder Überdehnung des Außenbandes die Ursache sein. Ein solcher Knieschmerz tritt plötzlich und heftig auf. Der Außenbandriss beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit sofort, da das Knie instabil wird. Außen am Knie kann eine Schwellung auftreten, die durch eine schnelle Kühlung vermindert werden kann. Die Ruhigstellung durch einen Orthese lindert die entstehenden Knieschmerzen. Treten die Schmerzen auf der Innenseite auf, weisen diese auf ein Problem mit dem Innenband des Knies hin. Dieses stabilisiert das Kniegelenk und schützt es vor Aufklappen nach innen. Infolge einer Verdrehung entsteht oft ein Riss oder eine Zerrung.

Der halbmondförmige Außenminiskus dämpft das Kniegelenk, reißt er, entstehen starke Knieschmerzen an der Außenseite des Knies. Dabei schmerzt nicht der Knorpel selbst, sondern der Knieschmerz ist eine Reaktion der Gelenkkapsel auf Trümmer oder scharfe Kanten, die der Meniskusriss verursacht hat. Da diese scharfen Kanten die Knorpelschicht im Kniegelenk abnutzen, würde der Riss ohne eine operative Behandlung eine Kniearthrose beschleunigen.

Vordere Knieschmerzen entstehen durch eine Verrenkung der Kniescheibe, dabei tritt diese aus der Gleitrinne au und es können schmerzhafte Verletzungen an Knorpeln, Bändern und Knochen entstehen. Nach der erstmaligen Luxation kann die Kniescheib immer wieder aus ihrer Gleitrinne springen. Häufig kann das Knie dann nicht mehr ganz durchgestreckt werden und der Bereich rund um die Kniescheibe wird sehr druckempfindlich, eine Belastung des Knies ist dann nicht mehr möglich.

Chronische Knieschmerzen:

Knieschmerzen, Schwellungen und Versteifungen, die länger als sechs Wochen andauern, bezeichnet man als chronische Schmerzen am Kniegelenk. Wenn Knieschmerzen nach 3–4 Tagen nicht verschwinden oder immer wieder auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Chronische Knieschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben:

Eine Ursache ist Überlastung durch Sport besonders bei intensivem Training. Besonders anfällig sind die Sehnenansatzbereiche, aber auch alle Weichteile des Kniegelenks sowie Bänder, Sehnen und Schleimbeutel können sich bei Überlastung entzünden und zu Knieschmerzen führen.

Stoffwechselkrankheiten oder entzündliche Ursachen wie Arthritis, Gicht, Knochenschwund und Durchblutungsstörungen können zu chronischen Knieschmerzen führen. Die dabei entstehenden Gelenkentzündungen können zwar ebenso wie eine Arthrose plötzlich auftreten, stehen aber in engem Zusammenhang mit dem Stoffwechsel oder der Funktion des Immunsystems.

Durch den komplexen Aufbau des Kniegelenks kann es an vielen verschiedenen Strukturen zu Problemen kommen: Bänder, Sehnen, Knorpel, Menisken, Muskeln und die knöchernen Gelenkpartner bilden eine belastbare und sensible funktionelle Einheit. Eine Störung an einer Stelle beeinflusst auch die anderen Strukturen und kann das Gleichgewicht des gesamten Kniegelenks durcheinanderbringen.

Schmerzen im Kniegelenk können also viele verschiedene Ursachen haben. Die Fragen nach dem Schmerzort (Lokalisation) und der schmerzauslösenden Situation (wann die Knieschmerzen am schlimmsten sind) helfen dem Arzt bei der Diagnose. Ist eine Verletzung Schuld für die Knieschmerzen, kann die Schilderung des Unfallhergangs dem Arzt weitere wichtige Anhaltspunkte liefern, die ihn zur geschädigten Struktur führen.

Übungen zur Vorbeugung von Knieschmerzen nach Liebscher & Bracht

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Selbsthilfe bei Knieschmerzen

Natürlich ist nicht bei allen Arten von Knieschmerz ein Arztbesuch erforderlich. Bei kleineren, oberflächlichen Verletzungen (z. B. durch einen Sturz auf das Knie oder einer Prellung) können Sie die Knieschmerzen auch selbst behandeln. 

  • Entlasten Sie Ihr Knie, um es zu schonen
  • Lindern Sie die Schmerzen durch Kühlung z.B. mit Eis
  • Kompressionen verringern durch Druck auf das Kniegelenk Schwellungen
  • Um zu vermeiden, dass sich Gelenkflüssigkeit im Kniegelenk ansammelt, legen Sie ihr Bein hoch
  • Zur Linderung können nichtsteroidale Antirheumatika eingesetzt werden. Diese sind als Tabletten oder schmerzlindernde Gels erhältlich. Gängige Wirkstoffe sind beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac. Sie wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd.
  • tragen Sie die richtigen Schuhe beim Sport und auch in der Freizeit
  • Lassen Sie Fußfehlstellungen abklären, die sich auf das Kniegelenk auswirken
  • achten sie auf Ihr Körpergewicht und bewegen Sie sich regelmäßig

Wann ist ärztlicher Rat erforderlich?

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Behandlung nach Liebscher und Bracht

Halten die Knieschmerzen über einen längeren Zeitraum an oder treten starke Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen auf, sollten Sie Ihre Beschwerden schnellstmöglich bei einem Kniespezialisten abklären lassen. 

Vor allem belastungsunabhängige Knieschmerzen nachts oder im Ruhezustand sind ein Warnsignal, das Sie nicht ignorieren sollten.

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